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Bericht

Monatsbericht März – April

Sonnenaufgang an der Lodge
Sonnenaufgang an der Lodge

Der März war im Vergleich zu den vergangenen Monaten deutlich ruhiger und bot die Möglichkeit, einige laufende Projekte weiterzuentwickeln und gleichzeitig neue Energie zu sammeln.

Frischer roher Honig
Frischer roher Honig

Zu Beginn der ersten Woche konnte ich die ersten nennenswerten Mengen Honig ernten. Dieser Moment war für mich etwas Besonderes, da das Bienenprojekt inzwischen sichtbare Ergebnisse liefert. Mein erster „Kunde“ war tatsächlich der König von Lesotho, dem ich eine Gemüsekiste aus dem Garten sowie etwa 400 Gramm Honig überreichen konnte. Es war ein schönes Gefühl zu sehen, dass sowohl der Garten als auch die Imkerei inzwischen Produkte hervorbringen, die man mit anderen teilen kann.

Der erste große Erfolg!
Der erste große Erfolg!
Eins von vielen Blumenbeeten auf der Farm
Eins von vielen Blumenbeeten auf der Farm

Zusätzlich konzentrierte ich mich darauf, die Bedingungen für die Bienenvölker weiter zu verbessern. Auf der Teaching Farm pflanzte ich verschiedene Blumenarten, um den Bienen langfristig zusätzliche Nektarquellen zur Verfügung zu stellen. Besonders wichtig ist mir dabei, die Nahrungsversorgung der Völker zu sichern und gleichzeitig die Biodiversität auf dem Gelände zu fördern.

In den Abendstunden begann ich außerdem damit, die ersten Honigwaben weiterzuverarbeiten. Dabei wurden die Waben erhitzt, gefiltert und schließlich zum Absetzen gebracht, um daraus Bienenwachs zu gewinnen. Es war interessant, die gesamte Wertschöpfungskette der Imkerei von der Betreuung der Völker bis hin zur Verarbeitung der Produkte selbst durchzuführen.

Die zweite Woche wurde vor allem durch unseren Umzug geprägt. Nach Monaten mit Problemen durch undichte Dächer und eindringendes Regenwasser konnten wir endlich in eine neue Unterkunft umziehen. Für Radik und mich war dies eine große Erleichterung. Gleichzeitig fiel mir der Abschied von unserer bisherigen Vermieterin und ihrem Sohn nicht leicht. Über die vergangenen Monate hatten wir eine enge Verbindung aufgebaut und waren im Alltag regelmäßig miteinander in Kontakt gewesen. Der Umzug selbst war anstrengend und zog sich bis in die späten Abendstunden, doch am Ende waren wir froh, die neue Wohnung beziehen zu können.

Neuer Stellplatz der Bienen
Neuer Stellplatz der Bienen

Auch die neue Nachbarschaft brachte direkt einige schöne Begegnungen mit sich. Unser Nachbar spricht zwar ausschließlich Sesotho, dennoch gelingt die Verständigung auf kreative Weise. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt seine Hündin, die erst wenige Tage zuvor drei Welpen zur Welt gebracht hatte. Die kleinen Hunde waren äußerst verspielt und wurden schnell zu Lieblingen von Radik und mir.

Glass voll mit Honig
Glass voll mit Honig

In der dritten Woche konzentrierten Kompi und ich uns darauf, die Bienenvölker schrittweise auf unser neues Grundstück umzusiedeln. Die bisherige Teaching Farm hatte sich aufgrund zahlreicher Ameisennester langfristig als ungeeigneter Standort erwiesen. Der Transport der Kästen erforderte einiges an Planung und Vorsicht, da unnötiger Stress für die Bienen vermieden werden sollte. Nach der Umsiedlung versorgten wir die Völker mit Zuckerwasser, um sie bei der Eingewöhnung und beim Wiederaufbau ihrer Energiereserven zu unterstützen.

Darüber hinaus konnten wir in dieser Woche erstmals Propolis gewinnen und verarbeiten. Auch dies war ein spannender Schritt innerhalb des Bienenprojekts, da Propolis neben Honig und Wachs ein weiteres wertvolles Produkt der Imkerei darstellt.

Propolis-Extraktion
Propolis-Extraktion
Dachblech aufgebrochen und Kolonie vorübergehend in ein Eimer umgesiedelt
Dachblech aufgebrochen und Kolonie vorübergehend in ein Eimer umgesiedelt

Neben der Honigernte und der Verarbeitung von Wachs war ich im März außerdem mehrfach an der Umsiedlung von Wildbienenvölkern beteiligt. Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Malealea Lodge öffnete ich das Dach eines Gebäudes, um ein dort lebendes Bienenvolk sicher zu bergen und in einen Bienenkasten umzusiedeln. Die Arbeit erforderte einiges an Vorsicht, da zunächst Teile des Daches entfernt werden mussten, bevor die Waben zugänglich waren.

Wand vom Dach aus aufgebrochen und das Nest stückweise umgesiedelt
Wand vom Dach aus aufgebrochen und das Nest stückweise umgesiedelt

Kurze Zeit später wurde ich erneut um Hilfe gebeten. Dieses Mal befand sich ein Bienennest innerhalb einer Wand einer Touristenunterkunft. Nach dem Öffnen der Wand konnten die Waben entnommen und die Kolonie umgesetzt werden. Ein großer Teil des dabei gewonnenen Honigs wurde anschließend an Menschen aus der Umgebung verteilt, was bei vielen Bewohnern auf große Freude stieß.

Bienenprojekt-Vorstellung und Workshop
Bienenprojekt-Vorstellung und Workshop

Darüber hinaus führte ich im Laufe des Monats drei geplante Workshops zum Thema Imkerei durch.

Dabei stellte ich Interessierten die Bienenkästen vor, erklärte die grundlegende Funktionsweise eines Bienenvolkes und sprach über die Bedeutung von Bienen für Landwirtschaft und Umwelt. Neben der praktischen Vorführung lag mir besonders die theoretische Wissensvermittlung am Herzen, da viele Menschen zwar regelmäßig mit Bienen in Kontakt kommen, jedoch nur wenig über deren Lebensweise und Nutzen wissen. Die Veranstaltungen wurden positiv aufgenommen und boten eine gute Gelegenheit, Interesse für die Imkerei und das Bienenprojekt zu wecken.

Ab der Mitte der dritten Woche bis kurz vor Ende der vierten Woche nahmen Radik und ich insgesamt acht Tage Urlaub in Maseru. Nach den arbeitsreichen vergangenen Monaten tat diese Auszeit sehr gut. Wir nutzten die Zeit, um andere weltwärts-Freiwillige zu treffen, neue Eindrücke zu sammeln und einfach einmal Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen. Wir besuchten Restaurants, verbrachten viel Zeit mit Billard und Gesprächen mit anderen Freiwilligen über ihre Erfahrungen in Lesotho.

Rückblickend war der März ein Monat, der von kleineren Erfolgen und positiven Veränderungen geprägt war. Besonders die ersten Honigernten, die Gewinnung von Wachs und Propolis sowie der Umzug in eine deutlich bessere Wohnsituation waren wichtige Fortschritte. Gleichzeitig war es angenehm, durch den Urlaub neue Energie zu tanken. Nach den vielen arbeitsintensiven Monaten zuvor tat es gut, einen etwas ruhigeren Abschnitt zu erleben und gleichzeitig die Entwicklung der eigenen Projekte weiter voranzutreiben.