Monatsbericht September – Oktober

Nach einer rund sechsstündigen Autofahrt und einigen Minuten Schlaf kamen wir am Abend, begleitet von einem ehemaligen Freiwilligen, in der Malealea Lodge an. Die frische Bergluft machte uns schnell müde, und so verliefen auch die ersten Tage ruhig und entspannt.

In dieser Anfangsphase wurde uns das MDT-Team vorgestellt, und wir bekamen einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche, darunter die Klinik, die Support Group, das Community Center und die Farmers Meetings. Ich war anfangs etwas aufgeregt, aber gleichzeitig erleichtert, dass wir so freundlich aufgenommen wurden.

Wir beide fanden uns erstaunlich schnell ein und nutzten die ersten Tage, um die Umgebung zu erkunden. Besonders in Erinnerung geblieben sind Ausflüge nach Thaba Bosiu („Mountain of Night“) und zu den Bushmen Paintings, die uns einen ersten Eindruck von der Landschaft und Geschichte Lesothos gegeben haben.

In der zweiten Woche standen weitere Ausflüge an, unter anderem nach Thaba Tseka und zum Katse Dam. Unser Hauptziel in dieser Zeit war es, uns in der neuen Umgebung zurechtzufinden, was uns ohne größere Schwierigkeiten gelang. Eine unerwartete Herausforderung ergab sich jedoch bei der Visa-Beantragung: Da wir im Vorfeld nicht darüber informiert worden waren, dass ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich ist, verzögerte sich der Prozess erheblich. Letztlich mussten wir sogar persönlich beim Sekretär des Gesundheitsamts vorsprechen, um voranzukommen. Diese Situation war zeitweise frustrierend, hat uns aber gezeigt, wie wichtig Geduld in diesem Land ist.

Ab der dritten Woche begann schließlich die eigentliche Arbeit. Wir wurden in unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Ich durfte bei den Farmers Meetings und auf der Teaching Farm mitarbeiten. Eine zusätzliche Herausforderung war die Sprachbarriere. Im Valley sprechen viele Menschen ausschließlich Sesotho, und nicht jeder kann Englisch.

Gerade zu Beginn erschwerte das die Kommunikation, besonders bei Gesprächen mit Dorfbewohnern oder während der Farmers Meetings. Oft war ich auf Übersetzungen durch Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Gleichzeitig war es motivierend zu sehen, dass Gestik und Freundlichkeit vieles ausgleichen können. Ich habe begonnen, einfache Sesotho-Wörter und Redewendungen zu lernen, was im Alltag bereits hilft und gut angenommen wird.

In derselben Zeit zogen wir auch in unser eigenes kleines Haus, bestehend aus einem Schlafzimmer und einer Küche. Der Zustand war zunächst gewöhnungsbedürftig. Der Boden bestand aus beschädigtem Vinyl, unter dem sich Silberfische eingenistet hatten, die Decke aus Pappe war noch nicht angebracht, und ein Waschbecken fehlte komplett. Auch das Plumpsklo und das Waschen in einer Plastikwanne waren neu für mich. Anfangs empfand ich das als Herausforderung, aber nach einigen Tagen stellte sich Routine ein.

In der vierten Woche beschlossen wir, zusätzlich im Community Center mitzuhelfen, insbesondere bei der Arbeit mit den dortigen Computern. Diese befanden sich in einem sehr schlechten Zustand, da viele Geräte sich kaum mehr bedienen ließen. Ich versuchte, sie zu reparieren, leider jedoch ohne größeren Erfolg. Parallel dazu führten wir unsere Visa-Beantragung weiter, die sich durch die fehleranfällige Online-Plattform als äußerst mühsam erwies. Nach mehreren Anläufen konnten wir sie schließlich abschließen, was eine große Erleichterung war.

Finanziell kommen wir inzwischen gut zurecht. Wenn man weiß, wo man lokal einkaufen kann, sind die Preise erstaunlich günstig. Wir kochen regelmäßig und abwechslungsreich, was uns beiden ein Stück Alltag gibt.

Besonders beeindruckt bin ich von der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen hier im Valley. Die Bewohner freuen sich sichtlich über unsere Anwesenheit und nutzen jede Gelegenheit für ein Gespräch. Das gibt mir oft das Gefühl, willkommen und geschätzt zu sein. Ein Kollege vom MDT, Tsotang, hat uns bereits auf viele Wanderungen und Fahrten mitgenommen. Dabei mussten wir oft anhalten, weil so viele Leute neugierig auf uns waren und uns ansprechen wollten. Diese Offenheit war für mich anfangs ungewohnt, aber ich habe gelernt, sie wertzuschätzen.

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